Abenteuer Amerika
Auf der 38-tägigen Reise war Nils auf sich selbst gestellt und größtenteils alleine unterwegs. Begleitet wurde er anfangs, in der Gegend des Mount-Rainier-Nationalparks, von dem Fotografen Spencer Harding, der unter anderem für The Radavist arbeitet. Als ortskundiger Fotograf hat er Nils ein paar Tage begleitet und ihn auf seinem Wilhelm in der einzigartigen Natur der Westküste festgehalten.
Auf seinem Wilhelm Gravel bezwang Nils 32.000 Höhenmeter, erlebte die magische Stille des Yosemite-Nationalparks und Sonnenaufgänge in den Lava Beds, die eine unvergleichlich schöne Erinnerung hinterlassen haben. Doch ein Abenteuer wäre kein Abenteuer, wenn es nicht auch die Momente gäbe, die einen fordern. Irgendwo im hügeligen kalifornischen Niemandsland, zwischen dem Lassen-Volcanic-Nationalpark und Lake Tahoe, wurde die Theorie zur Praxis. Nach einer massiven Abfahrt wollte Nils die Bremsbeläge tauschen – nur um festzustellen, dass er in der Vorbereitung die falschen gegriffen hatte. Ohne Hinterradbremse und mit vier Reifenpannen an nur einem einzigen Tag lagen plötzlich 200 Kilometer Ungewissheit vor ihm bis zum nächsten Laden, der passende Beläge anbot. Auch mit wenig Kontrolle und unter Druck galt es, die Ruhe zu bewahren. Es ist das Vertrauen in die eigene Improvisationskraft, das man nur fernab der Komfortzone lernt und das einen manchmal auch ohne Bremse ans Ziel bringt.
Es war eine Reise der Kontraste: von der Einsamkeit im Off-grid-Modus bis hin zu herzlichen Begegnungen bei kühlem Bier am Zelt mit Weggefährten. Als Nils schließlich die Golden Gate Bridge erreichte, war die Ungewissheit der Planung der reinen Gewissheit gewichen: Wer mutig genug ist, seine Grenzen zu verschieben, braucht am Ende erstaunlich wenig, um großes Glück zu erleben.